Magische Weihnacht

von Lorena Dumitru aus Targoviste

Übersetzung: Hella Crasnanic

 

 

 

 

„Zu Weihnachten bekommst du alle Liebe und Freude, die du schenkst, auf wunderbare Weise zurück. Je mehr du gibst, mit umso mehr Liebe wirst du beschenkt.“ – John Greenleaf Whittier

Ein Zitat, das eigentlich alles über die Magie der Weihnacht sagt.

 

So will ich ein wenig in Erinnerungen blättern und euch erzählen, wie mein Weihnachten, mit den Augen eines Kindes gesehen, war – beginnend mit dem 6. Dezember, dem Nikolaustag …

 

 

Eine schlaflose Nacht voller Ungeduld und Hoffnung auf die lang ersehnten Geschenke lag hinter mir, obwohl die Eltern mich immer damit geneckt hatten, dass ich nur eine Rute bekäme, wenn ich nicht brav sei. Die Freude, wenn es endlich Morgen wird und man die Stiefelchen voller Geschenke vorfindet, ist mit nichts vergleichbar !

Dann folgt das Schmücken des Weihnachtsbaumes, wenn die Mutter die große Schachtel mit den Weihnachtskugeln hervorholt. Die herrlichen Düfte, die durchs Haus ziehen, nach Nuss-Stollen, Krautwickel, Apfelsinen …

Ich erinnere mich, wie mein Bruder und ich heimlich die Bonbons vom Baum naschten und das Einwickelpapier wie unberührt zurückgelassen haben. Und die Mutter staunte: Schau an, wie brav sie doch sind, sie haben nicht einen einzigen Bonbon angerührt!

 

Die ganze Zeit über waren wir auf der Suche nach Süßigkeiten im Haus. Meine Eltern versteckten sie, um uns zu Weihnachten damit zu beschenken, aber wir fanden sie jedes Mal.

Dem heiß erwarteten Moment, wenn der Weihnachtsmann endlich kam, schaute ich jedoch mit gemischten Gefühlen entgegen: Furcht, Scham, Freude, Begeisterung …

 

 

 

In einem Jahr hatte sich meine Mutter als Weihnachtsmann verkleidet. Aufgeregt sagte ich das auswendig gelernte Gedicht auf und erhielt meine Geschenke. Aber irgendetwas stimmte nicht! Nachdem der Weihnachtsmann wieder gegangen war, fragte ich meinen Vater, warum der Weihnachtsmann rot lackierte Fingernägel gehabt habe.

Vater hatte uns einmal erzählt, dass, als er noch klein war, der Weihnachtsmann nicht jedes Jahr ein Geschenk habe bringen können. Er sagte, damals sei der Weihnachtsmann viel ärmer gewesen. Aber in dem Jahr, als er in etwa sechs Jahre alt gewesen sei, habe er vom Weihnachtsmann eine Puppe bekommen. Das sei eine Riesenfreude gewesen, obwohl das für einen Jungen kein so passendes Spielzeug war.

 

Da begriff ich, dass wir eigentlich etwas oberflächlich sind, wenn wir nur den Wert des Geschenkes schätzen, statt der Bemühung unserer Lieben, die uns damit eine Freude machen wollen.

Was in diesem Leben zählt, ist das Geben und Nehmen und das Zueinanderhalten. Hauptsache, wir sind alle zusammen und glücklich.

 


In diesem Sinne: Allen ein magisches Weihnachten!