Rumänien- der schönste Kulturschock der Welt *

von Joscha Remus

KulturSchockRumänien!- das Buch beleuchtet die spannende Reise durch ein Land, das seinen Weg sucht zwischen Flechtwaren und Hightech, zwischen Hochzeitsmärkten und Erotik-Messen. Es geht um die stolzen Latainer am Rande Europas, um zeitlose Mythen, um Berggeister, Ziegen und Bärentänze und darum wie einst selbst der Wetterbericht manipuliert wurde, um schöne Rumäninnen auf dem Laufsteg Europas und um Erdbeerpflücker und den Wohlstand aus der Fremde, um traurige Hochzeiten und fröhliche Totenfeiern, den Himmel des Mundes - also die Gaumenfreuden - und die tägliche Improvisation rumänischer Lebenskünstler.
Ein Schäfer im Cojoc, dem traditionellen Schaffellmantel, der bei weitem mehr ist als nur ein Kleidungsstück. Der Schäfer wohnt quasi in dieser, mitunter sehr geruchsintensiven "Freiluft-Behausung". Bevor es mit den Schafen auf die Wanderschaft in die Weidegründe geht, beschwören viele Schäfer ihre Riten um Glück zu erhalten und eine gesunde Wiederkehr. Bei diesen rituellen Handlungen vermischen sich Christentum und magische, uralte Bräuche. Aber ein Priester, der der Herde, ausgewählten Opferlämmern und dem Schäfer mit Weihwasser seinen Segen gibt, darf nie fehlen.
Foto von Mihai Moiceanu
Mittlerweile hat sich die Burg Bran die Pole-Position im Rennen um Rumäniens Dracula-Schlösser gesichert. "Ich habe mir dauernd überlegt, wie man wohl diese verrückte Blutorangenmarmelade herstellt, nach der mich englische Touristen dauernd fragen." Kommentar der Händlerin Maria Dragusin, die unter der Burg ihren Marktstand aufgebaut hat um dort mechanisch aufziehbare Flatter-Vampire zu verkaufen.
Ein Durchgang in Hermannstadt (Sibiu), der auf Rumänisch auch als Gang bezeichnet wird. Es haben sich einige deutsche Wörter am Karpatenbogen erhalten. "Servus Kellner, Schnitzel" versteht jeder Kellner in Siebenbürgen (und auch anderswo). Die alte k.u.k.- Zeit läßt grüßen.
Ein sehr cooler Schäfer, der am frühen Morgen seine Herde durch den Morgennebel führt.
Der kleine Ort Zece Prăjini im Osten Rumäniens ist die Heimat der berühmtesten Blechbläser Rumäniens. Fanfare Ciocărlia (etwa: Die Lerchenbläser) heißt diese Truppe aus Roma-Musikern, die mittlerweile die Bühnen der Welt von New York bis Tokio erobert hat. Klar, dass der Nachwuchs des Ortes keinen sehnlicheren Wunsch hat, als eines Tages zu diesem famosen Blechblas-Orchester dazuzugehören.
Dumitru Pop heißt einer der bekanntesten Holzschnitzer und Totenkreuzdichter Rumäniens. Voller Stolz zeigt er seine Kunst, die man auf dem fröhlichen Friedhof in Săpânța besichtigen kann. Auf Rumänisch heißt er Cimitirul Vesel. Holzinschrift eines jung Verstorbenen: "Als ich noch ein junger Bursche war, liebte ich es zum Klang der Geige zu tanzen. Aber als ich geheiratet habe, hat meine Frau mich nicht mehr gelassen. ...und ich bin traurig gestorben, habe das Leben gelassen, mit 38 Jahren."
Frühmorgens bevor es auf den Markt geht, posiert diese Bäuerin mit ihrem kleinen Schweinchen, das gleich in der Kiste landet und dann zum Markt gefahren wird. Man beachte die wunderbaren Strümpfe dieser Frau. Eines meiner liebsten Bilder.
Wieviel Spaß das Traubenpflücken machen kann, zeigt der fröhliche Mircea aus der Dobrudgea. Sein Geld investiert er übrigens pfiffigerweise in Gold- und Silberzähne. "Die kann mir niemand stehlen. Oder ich muss schon sehr betrunken sein, wenn es jemandem gelingt mir meine glänzenden Beißerchen herauszubrechen."
Foto von Mihai Moiceanu
Einer meiner Lieblingsorte in Rumänien ist das wunderschöne Bergdorf Măgura in der Nähe von Brașov. Nach imposanten Wehrkirchen und viel siebenbürgischer Kultur macht es Spaß auf der Terrasse der Villa Hermani ausgewählte kulinarischen Köstlichkeiten zu genießen und den Blick über die Berge schweifen zu lassen. Oder bei ausgiebigen Wanderungen Natur in ihrer schönsten Form "zu tanken".
Link zu Joschas Buchseite *Kulturschock Rumänien
Joscha Remus.
Reise-Know-How-Verlag 2012
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